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Warum gibt es Förderkreise (FK)?

Privatpersonen können nicht direkt Mitglied der Genossenschaft Oikocredit werden. Sie treten stattdessen einem der acht deutschen Förderkreise bei, über den sie bei Oikocredit Geld anlegen. Das gilt auch für Vereine, Stiftungen und Gemeinden, die bei Oikocredit investieren.

Förderkreis Baden-Württemberg
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Mitgliederversammlung in Stuttgart: zum ersten Mal hybrid

Mitgliederversammlung in Stuttgart: zum ersten Mal hybrid

Hybride MV 2020 0130. September 2020

Die diesjährige Mitgliederversammlung des Oikocredit Förderkreises Baden-Württemberg e.V. konnte nicht wie geplant im Frühling stattfinden. Und auch die Ersatzveranstaltung am 19. September war eine besondere. Sie fand hybrid statt: Rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren im Stuttgarter Hospitalhof, gut 50 weitere per Videokonferenz zugeschaltet.

„Ich wäre jetzt lieber vor Ort. Dann könnten wir uns in die Arme nehmen“, sagte Ging Ledesma, Oikocredit-Direktorin für Soziales Wirkungsmanagement und Innovation zur Begrüßung. Sie war der Mitgliederversammlung vom Oikocredit Hauptsitz im Amersfoort (Niederlande) per Videokonferenz zugeschaltet.

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Oikocredit arbeitet mit Partnerorganisationen in 64 Ländern zusammen. Alle sind von Corona betroffen und fast überall gibt es ähnliche Probleme, so Ledesma während ihres Vortrags: Temporäre Schließungen von Betrieben, eingeschränkte Transport- und Weiterverkaufsmöglichkeiten, dadurch Einkommensverluste, Rückzahlungsschwierigkeiten und Hunger.

Ein Blick in den Globalen Süden

Schnelles und entschiedenes Handeln war gefragt. Oikocredit suchte über die regionalen Partner den direkten Kontakt mit den Kundinnen und Kunden im globalen Süden. „Wir mussten ihnen die Angst nehmen, ihnen eine Perspektive aufzeigen.“ Mit einem kurzfristig aufgelegten Corona-Solidaritätsfonds unterstützte Oikocredit erste Maßnahmen wie die Aufklärung vor Ort, Ausstattung mit Desinfektionsmitteln, Umbauarbeiten, damit ein Weiterbetrieb auch unter Coronabedingungen möglich war. 25.000 Euro stellte Oikocredit International dafür in einer ersten Runde zur Verfügung. Die deutschen Förderkreise stießen eine zweite Akuthilfe mit nochmals dem gleichen Betrag an und auch der niederländische Förderkreis gab Geld, so Ledesma. Ebenso wichtig: Die Kreditpläne mussten überarbeitet werden, Zahlungspausen, also ein Tilgungsaufschub, vereinbart, die Liquidität gesichert werden.

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„Wir wollen der Fels in der Brandung sein. Wir wollen zeigen, da ist Licht am Ende des Tunnels“, formulierte es die Oikocredit-Direktorin. Denn klar sei: Gehe es den einzelnen Partnerorganisationen schlecht, könne das einen „Dominoeffekt“ auf die gesamte internationale Finanzorganisation haben.

Was den Förderkreis bewegt

Während sich Oikocredit International in einer weiteren Reaktion auf die Pandemie auf bestehende Partnerorganisationen konzentriert, um diese zu stützen und die eigenen Risiken versucht zu minimieren, sind auch die Anlegerinnen und Anleger des baden-württembergischen Förderkreises von der aktuellen Situation betroffen. Es wurde in diesem Jahr keine Dividende ausgezahlt, vielmehr flossen die Überschüsse aus dem Vorjahr in die Rücklagen.

„Das ist derzeit völlig in Ordnung“, so die Reaktion einer Anlegerin, die sich „perspektivisch aber freuen“ würde, wenn die Dividende zumindest die Inflation ausgleichen würde. Ähnlich die Reaktion von den anderen befragten Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Mitgliederversammlung, denen die Sorge um die Kundinnen und Kunden im globalen Süden aber momentan mehr am Herzen liegt als die Auszahlung einer Dividende.

„Hat die aktuelle Situation Auswirkungen auf die Förderkreise?“ wollte ein Teilnehmer wissen. „Nein, die Arbeitsplätze sind sicher“, so die Auskunft. Durch das Wegfallen von Reisekosten habe Geld eingespart werden können. Manche Projekte wurden aufgeschoben, andere wie die Bewältigung der Coronakrise kamen hinzu.

Ein Modell für die Zukunft

Die hybride Veranstaltung hat sich bewährt, so das Fazit der Förderkreis-Geschäftsführerin Manuela Waitzmann, die dieses Format möglichst beibehalten will: „allein damit auch Personen teilnehmen können, denen eine Anreise aus zum Beispiel Lörrach oder aus dem Heidelberger Raum zu weit ist“. „Wenn die Leute nicht fahren, wird auch kein CO2 freigesetzt“, so auch Dagmar Eisenbach, die Förderkreis-Vorsitzende. Trotzdem solle es auch künftig keine rein virtuelle Mitgliederversammlung geben. Wegen der Atmosphäre, weil nicht alle alles übers Internet machen wollen – und damit die, die sich in den Arm nehmen wollen, dies künftig auch weitermachen können.

Hybride MV 2020 01

Während der Geschäftssitzung wurde der Vorstand einstimmig für 2019 entlastet. Mit überwältigender Mehrheit wurde Dagmar Eisenbach für eine zweite Amtszeit als Vorsitzende gewählt, Narcisse Benissan-Messan für eine zweite Amtszeit als weiteres Mitglied im Vorstand.

Vorstand 2020

Text: Philipp Pfäfflin
Fotos: Alexander Pfab

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